Freitag, 29. November 2013

Adventskalender


Für die schöne Weihnachtszeit und damit ich selbst ein wenig in Weihnachtsstimmung gelange, habe ich mir überlegt einen Blog-Adventskalender zu kreieren.
Jeden Tag öffnet sich ein Türchen und es gibt eine kleine Geschichte, Fotos oder andere Sachen - lasst euch einfach überraschen.

Ich bin sehr gespannt wie ich hier in Nepal die Weihnachtszeit erleben darf. Adventssonntage werden anscheinend nur in Deutschland zelebriert, aber wir haben vor den ersten morgen nach Kathmandu zu holen.


Mittwoch, 27. November 2013

81. Tag


Fast habe ich die Halbzeit erreicht. Kaum zu glauben... 17 Tage fehlen noch, dann habe ich die Hälfte meines Praktikums hinter mich gebracht. Allerdings bleibe ich ja ein wenig länger in Nepal, als mein Praktikum andauert. Puhhh, ich kann mir nämlich zur Zeit nicht vorstellen wieder nach Deutschland zurück zu kehren. Vor allem, wenn ich die Temperaturen sehe, die ihr da habt. (Auch wenn ich einiges und und einige vermisse.)

Jedoch muss ich klar stellen, dass hier der Winter langsam auch einkehrt.
Die Tage werden kürzer, tagsüber haben wir nur noch um die 15 Grad (aber meistens klaren Himmel und Sonnenschein) und nachts schlafe ich mit Mütze, Schal, Pulli, langen Hosen und dicken Socken.
Ja, richtig! Wir haben hier halt keine Heizungen. Wärmedämmung kennen die Nepalesen auch nicht und somit zieht der kalte Wind durch die Häuser und sobald die Sonne untergegangen ist, kühlt sich alles sehr schnell ab. Warme Duschen sind auch eher ein Glücksfall und somit schniefen wir mit unseren roten Nasen durch die Gegend - der verwöhnte Körper muss sich nun auch erstmal an die Umstände gewöhnen.

Aber alles halb so schlimm. Was mich nicht umbringt macht mich stärker! 

Nun hatte ich versprochen, euch im Bezug auf die Wahlen auf den Laufenden zu halten: Diese waren sehr ruhig. Außerhalb Kathmandus ging es da anscheinend anders zu, aber hier in Kathmandu war alles sehr friedlich.
Trotzdem hatten wir die Woche zuvor einen GIZ-Shuttleservice, der uns jeden Tag von zu Hause abholte und nach der Arbeit wieder absetzte. Und die drei Tage um den Wahltag herum arbeiteten wir von zu Hause aus.

Gegenüber unseres Hauses ist eine Schule in der gewählt worden durfte. Frauen und Männer müssen sich getrennt einreihen. Vor allem am Morgen warteten die Nepalesen bis zu über eine Stunde darauf wählen zu dürfen.

Der Vorteil war, dass keine Autos mehr auf den Straßen fuhren durften. Und auf einmal hatten wir die klarste und schönste Aussicht!
Die Luftverschmutzung hier in Kathmandu ist enorm. Der Smog bildet sich wie eine Glocke um das Kathmandu-Tal. Somit hat man meist keine klare Sicht auf das Himalaya-Gebirge. Es ist immer ein wenig vernebelt und man kann die Berge mit ihren weißen Spitzen nur erahnen. 

Der Ausblick mit Smog an einem Tag, der schon eine klare Sicht verspricht...

Während der Wahlen sahen wir alles, jeden kleinsten Gipfel und natürlich den Everest!
Also zumindest den Berg, der von dem Mount Everest steht. ;-)





Der Tag nach den Wahlen war wieder ein ganz normaler nepalesischer Tag in Kathmandu. Alle Autos, Busse, Motorräder, was auch immer, fuhren und ließen ihren Dreck in die Luft  ab. Schon am Morgen sah man die Spitzen der Berge kaum noch.

Aber warum ich diesen Post eigentlich anfing zu schreiben war, dass ich ein paar Gründe niederschreiben wollte, weshalb man Nepal einfach lieben muss.
Dies werde ich nun aber auf meinen Halbzeits-Tag verschieben, dies wird nämlich ein laaaaaanger Post werden, da es viele Gründe gibt! ;-)




Sonntag, 17. November 2013

Noch mehr Neuigkeiten!!!!

Hehe, Weihnachten und Silvester darf ich mich über Besuch freuen! 
Mehr als drei Wochen wird der liebe Martin seine Zeit in Nepal verbringen. Was er genau vor hat, das weiß er noch nicht so ganz. Aber ich hoffe sehr, dass ich ein wenig Zeit finden werde mit ihm am Wochenende etwas tolles zu unternehmen!


Außerdem besucht mich Ende Januar meine liebe Mitbewohnerin Bettina. Sie hat ihren Flug sogar so günstig gelegt, dass er auf einen Feiertag fällt und wir ein verlängertes Wochenende zusammen haben.
Für sie geht es dann wahrscheinlich allerdings nach einer kurzen Zeit Aufenthalt in Kathmandu auf weitere Reisen durch Asien. Wenn man schon mal hier ist, kann man sich auch gleich die anderen Flecken des schönen Kontinents anschauen - oder zumindest Teile.


Ich seht, ich freue mich wirklich sehr über diese Nachrichten und kann es kaum erwarten, den Martin als erstes hier begrüßen zu dürfen.

Ansonsten kann ich berichten, dass es eigentlich ganz friedlich hier in Kathmandu zugeht.
Trotz der morgigen Wahlen ist es relativ ruhig. Unser Office ist dennoch für drei Tage geschlossen und wir arbeiten von zu Hause aus, was natürlich nicht schlecht ist (Terrasse - Sonne)!
Mal sehen, wie es dann morgen aussieht, aber ich denke da wird nichts großartiges mehr passieren.
Fühlt euch gedrückt!


Sonntag, 10. November 2013

News!

Hiermit darf ich offiziell bekannt geben, dass ich auch "irgendwann" wieder zurückkomme. Ich fühl mich zwar sau wohl hier, aber mein zu Hause ist dann wohl doch in Berlin bei meinen Liebsten!
Es dauert aber noch eine gaaaaaaanze Weile! Ganz genau bis zum 04.04.2014.
Und jetzt kommst: Ich werde nicht allein zurück kommen! Ein besonderer Herr erweist mir die Ehre, mich in meinem letzten Monat in Nepal zu begleiten und mit mir rumzureisen.
Meine letzten Posts werden dann Reiseberichte von uns beiden sein.

Ich freue mich wirklich tierisch über diese Nachricht, so dass ich sie teilen wollte.
Der Blog hilft mir sehr, all meine Eindrücke und Gedanken zu teilen und ich geniesse auch sehr die vielen Skypegespräche mit allen. Aber so viel ich auch erzähle oder wie viele Bilder ich euch auch zeige, es kann niemals das wiedergeben, was ich hier wirklich erlebe.
Deshalb freue ich mich umso mehr, dass ich es Jemanden zeigen und ich es teilen kann.

Eventuell zähle ich hier auch schon bald einige andere auf, die anderthalb Tage in der Luft hängen, um mich zu besuchen. Kommt ruhig alle her, es ist genug Platz! ;-)


Samstag, 9. November 2013

Nepalesische Feiertage

Das letzte Wochenende sollte für uns wieder ein verlängertes werden.
Nachdem wir es uns schon an Dashain haben gut gehen lassen und durch Nepal gezogen sind, wollten wir das anstehende Festival wieder einmal nutzen, um trecken zu gehen.

Wie ich schon erwähnte ist Dashain das nepalesische Weihnachten. Es wird viel gegessen und die Familien werden besucht, egal wie weit sie weg wohnen.
Tihar ähnelt da eher Silvester, zumal es auch der Neujahrstag für den newarischen Kalender bedeutet. Es ist das Festival des Lichts und das kann man vor allem nach Sonnenuntergang bestaunen.
5 ganze Tage geht das Fest und an jedem einzelnen wird etwas anderes verehrt.

1. Der erste Tag ist der Tag der Krähe. Die Krähe dient als Todesboten des Todesgottes Yama.

2. Am zweiten Tag werden alle Hunde mit Blumen und Tikas (rote Farbe auf der Stirn) beschmückt. Sie sollen die verstorbenen Seelen zum Todesfluss begleiten.











3. Am dritten Tag dienen die Kühe als Inkarnation der Göttin Laxmi. Um dieser den Weg in die Häuser zu weisen, werden alle mit Lichterketten beschmückt.
Außerdem werden Blumenbilder auf den Boden vor dem Haus gemalt, auf denen Kerzen und Gaben liegen. Von denen führt eine gemalte Linie direkt ins Innere des Hauses.


4. Der vierte Tag ist dann der Neujahrstag an dem alle zusammenkommen und singen und abends kann man überall das Feuerwerk betrachten.

5. Am letzten Tag ehren die Schwestern ihre Brüder mit Hilfe von den angesprochenen Tikas auf der Stirn.

Wir entschieden uns also das Wochenende aus dem Trubel der Großstadt zu flüchten und eine Treckingtour nach Nargakot zu machen.


Nargakot ist dafür bekannt, dass man oben auf der Aussichtsplattform das Everestgebirge erblicken und den Zipfel des Mount Everest bestaunen kann.
Naja, was soll ich sagen... Bilder sagen mehr als Worte:


Wer genau hinschaut sieht vielleicht, dass die Proportionen des Everest im Bezug zu uns mehr als größenwahnsinnig erscheinen... Ja, wir hatten bescheidenes Wetter. Bescheidenes Wetter bedeutet in dem Fall, dass es morgens bewölkt war und wir nicht viel sehen konnten.
Es war trotzallem eine tolle Aussicht und ein toller Treck, aber beginnen wir am Anfang.

Am Samstag machten wir uns also auf den Weg nach Chisapani. Chisa ist das nepalesische Wort für kalt und Pani bedeutet Wasser. Wir wanderten also zu einem Ort mit dem wundervollen Namen "kaltes Wasser".


Mittlerweile ist es auch in Nepal Herbst geworden und das bedeutet, dass die Nächte um einiges kälter werden. Bis zum Winter kann man mit 0°C oder sogar Minusgraden rechnen. Und ihr müsst bedenken, dass es in Nepal keine Heizungen gibt. Wir packten demnach vorsorglich unsere Rucksäcke mit warmen Pullis, Schals und Mützen. Nun also zu einem Ort namens "kaltes Wasser" zu wandern, war nicht grade unsere Traumvorstellung.
Dennoch taten wir es und kurz vor Sonnenuntergang erreichten wir unser Ziel. Warmes Wasser gab es wirklich nicht und vor dem schlafen gehen entdeckten wir Wassertropfen an unserer Decke.
Wir machten uns also auf eine feuchte, regnerische Nacht bereit.
Doch zuerst erkundeten wir den kleinen Ort und fanden einen malerisch im Sonnenuntergang getauchten Hügel. Auf diesem versuchten wir krampfhaft ein Foto von uns Dreien zu schiessen (mit Hilfe des Selbstauslösers). Das war keine einfache Angelegenheit. Das zweite Foto ist das einzige, auf dem wenigstens zwei von uns in der Luft sind. Nur Eric ist leider erst dabei in die Lüfte zu springen. Muss er wohl noch ein wenig üben ;-)
























Der nächste Morgen begann vor den ersten Sonnenstrahlen, um das Spektakel des Sonnenaufgangs zu bewundern.Davon kann man hier in Nepal einfach nicht genug bekommen. Die Landschaft ist so atemberaubend und es ist einfach wundervoll die einzelnen Gipfel zu betrachten, wie sie nach und nach erleuchtet werden. Da spielen die morgendlichen Strapazen keine große Rolle mehr.
Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es weiter nach Nargakot.


Viel zu berichten gibt es eigentlich nicht.  Außer vielleicht, dass uns ein Hund vom ersten Tag an begleitete. Diesen tauften wir Julia, weil wir sie (die wirkliche Julia) leider in Kathmandu zurücklassen mussten.
Julia (der Hund) verliebte sich dann allerdings in Chisapani in einen anderen nepalesischen Hund. Sie blieb also dort, aber ich muss oft an sie denken, ob sie wohl glücklich ist.














Außerdem kamen wir an einigen Schaukeln vorbei, die jedes Jahr um diese Zeit aufgebaut werden. Das Schaukeln bringt einen Gesundheit, demnach schaukelten wir.










In Nargakot angekommen trafen wir auf Sylvia, die spontan aus Kathmandu anreiste und suchten uns ein Hotel.
Der Plan war es gegen 4:30 aufzustehen und um 5:00 Uhr morgens aufzubrechen, um eine Stunde lang im Dunkeln durch die Gegend zu wandern, um den Aussichtsturm zu erreichen, um dann endlich den Everest zu sehen... PUH...
Guter Plan. Die Umsetzung gestaltete sich allerdings schwieriger als gedacht, da der Besitzer unseres Guesthouses uns regelrecht einschloss.
Wir brauchten fast eine halbe Stunde, um aus diesem blöden Guesthouse rauszukommen. Was wir alles anstellten, bewaffnet mit Taschenlampen, war unfassbar. Aber schliesslich schafften wir es und es konnte los gehen.
Allerdings hatten wir die halbe Stunde nicht eingeplant und so kamen wir völlig erschöpft nach dem Sonnenaufgang auf der Aussichtsplattform an und konnten dann noch nicht mal den Everest sehen.
Aber hey, immerhin hatten wir ein Bild von dem höchsten Berg der Welt dabei.










Nach der, trotz der wolkenverhangenen Berge, tollen Aussicht, beschlossen wir den nächsten Ort aufzusuchen, um ein kräftiges Frühstück zu uns zu nehmen.
Leider kam nur kein weiterer Ort, nur Wüste.
Es war brütend heiß und mittlerweile fast Mittag, aber gegessen hatten wir, bis auf Snickers und Bananen nichts.
Wir trafen auf eine andere Wandergruppe, die einen Guide bei sich hatten und fragten nach dem nächsten Ort. Er erzählte uns, ungefähr eine Stunde weiter wäre der nächste und er könne uns ein paar Abkürzungen zeigen.
So landeten wir unverhofft in einem kleinen Dorf. Die dort lebenden Menschen sahen anscheinend nicht oft weiße Menschen und begutachteten uns neugierig.
Dort rasteten wir eine Weile und nahmen Tee und und Süßes zu uns (leider hatten sie nichts anderes).
Grade am aufbrechen, kam eine Gruppe nepalesischer gleich gekleideter Männer auf uns zu und begannen zu rasseln und zu singen.


Ein Mann des Dorfes hielt uns an noch länger zu rasten und uns die traditionellen Gesänge anzuhören und mit ihnen zu feiern.
Das taten wir dann auch fast eine ganze Stunde lang, in der nur zwei Lieder immer und immer wieder wiederholend gespielt wurden.
Zum Schluss bekamen wir alle eine Blumengirlande - Mala - und den roten Fleck auf unserer Stirn - Tika.





















So setzten wir unseren Weg blumenbehangen und bemalt, so wie halb am verhungern, fort.
Und erreichten völlig erschöpft den Ort Nala und den Ort Banepa, wo wir einen Bus zurück nach Kathmandu fanden.


Hier noch ein paar Landschaftsbilder und Eindrücke, die ich auf der Reise sammeln konnte:





































































 




Nun sind aber auch meine Urlaubstage für dieses Jahr gezählt. Nun muss ich das tun, für das ich ja auch eigentlich in Nepal bin - arbeiten.
Und in den Tagen in denen ihr Urlaub habt, nämlich an Weihnachten, muss ich leider auch ran.
Allerdings finden hier in Nepal am 19. November Wahlen statt.
Es könnte ab Montag zu Ausschreitungen kommen und für 10 Tage sind Streiks angekündigt. In der Zeit könnte es sein, dass keine Shops oder Restaurants auf haben.
Deshalb werden wir uns dieses Wochenende mit allerhand Essen und Wasser eindecken.
Zudem könnte es auch sein, dass wir gar nicht unser Haus verlassen dürfen, aber das sind alles nur Annahmen und wir werden sehen, was geschieht.
Ich halte euch auf jeden Fall auf den Laufenden und verspreche sehr vorsichtig zu sein!
Seid alle lieb gegrüßt und ein schönes Wochenende wünsche ich euch noch!