Donnerstag, 3. April 2014

Auf Wiedersehen Nepal!

In ein paar Stunden geht mein Flug zurück nach Deutschland.
Schweren Herzens habe ich all meine Sachen zusammengepackt, die eher aus Mitbringseln und Erinnerungen bestehen, als aus nützlichen Dingen.
Nach sieben Monaten werde ich morgen all meine Lieben wieder sehen, aber auch ein Stück Heimat hinter mir lassen. Die Zeit hier habe ich sehr genossen und mich unendlich in dieses Land verliebt. Ich kann nur jedem raten das einmal miterlebt zu haben. Allerdings braucht man Zeit dafür. 
Am Anfang war es wirklich nicht einfach und ich fragte mich ernsthaft, worauf ich mich nur eingelassen hatte. Aber schon nach zwei Tagen fühlte ich mich mehr als wohl. Jeden Morgen aufzuwachen und (bei guten Wetterverhältnissen) auf das Himalaya-Gebirge schauen zu können ist ein Traum! All die Menschen, denen ich begegnet bin waren so freundlich und haben meinen Aufenthalt bereichert.
Mit viel Ruhe und Kraft kehre ich zurück. Ich hoffe sehr, dass ich lang im hektischen und stressigen Deutschland von dieser Energie zehren kann.
Allerdings gibt es natürlich ein paar Dinge auf die ich mich sehr freue. Das erste, das ich wohl tun werde, ist aus dem Wasserhahn zu trinken. Auf einen großen leckeren Gemüsedöner freue ich mich auch und von meiner Club Mate habe ich bereits nachts geträumt.
Viel mehr brauche ich dann aber doch nicht, um mich wohl zu fühlen und genau das habe ich in den letzten Monaten gelernt. Auch wenn Nepal ein Entwicklungsland ist und die Menschen nicht mit all dem Luxus leben, den wir gewohnt sind, sie sind glücklicher und zufriedener - und das steckt an! Sie sind viel umgänglicher miteinander und ich kann sagen, dass ich in all meiner Zeit in Nepal vielleicht drei Mal einen genervten Nepalesen gesehen habe.
Sie haben nichts zu tun, sind arbeitslos und haben wenig Geld, geniessen aber ihr Leben und beschweren sich nicht. Da könnte sich manch einer eine Scheibe abschneiden...

Nepal, dies war definitiv nicht mein letzter Besuch - ich komme wieder, das verspreche ich!
Du bist wunderschön, freundlich und ansteckend beruhigend. Ich werde Dich sehr vermissen!


Da ich noch ein paar Dinge in meinen letzten Wochen erlebt habe und ich diese nicht vergessen mag, gibt es wieder eine kleine Bilderzusammenfassung.

Vorbereitungen für das Holi-Festival in Kathmandu.

Ergebnis des Holi-Festivals!


Rafting-Wochenende im Trisuli.





Mit anschließenden Klippensprung. (Ich stehe da übrigens nicht auf dem Felsen, sondern schwebe in der Luft!)


Motoradtour nach Pokhara...
















Besuch in der Königsstadt Nepals - Gorkha...
Sonnenuntergang in Pokhara, Nummer 521 - aber immer wieder sehenswert und immer wieder anders!

Drei Triathleten beim schwimmen, mountainbiken und laufen zugejubelt!
Und zum Schluss habe ich mir gedacht, wie wäre es denn mit einem kaputten Knöchel zurück nach Deutschland zu kehren - so als Erinnerung.

Zum Glück hatte ich tolle Erste-Hilfe-Helfer um mich rum, die mich ganz professionell mit Baumrinden verarzteten. 
Und der gute Martin brachte mich sicher wieder zurück zum Boden der Tatsachen. Abseilen mal anders!
Da staunte sogar die Nepalesin =)


Machs gut... =(


Mittwoch, 2. April 2014

Kuala Lumpur

Meine Rückreise nach Kuala Lumpur begann mit einem kleinen Abenteuer.
Mit einem kleinen Van ging es an die Grenze Thailands. Eingequetscht und schwitzend saßen wir in diesem viel zu kleinen Fortbewegungsmittel. Der zweite Van war zum Glück ein wenig komfortabler, allerdings von der Klimaanlage schon wieder so runtergekühlt, dass ich meine Fleecejacke tragen musste, während draussen mehr als 40°C waren. Ich vermisste schon ein wenig den komfortablen Bus, der mich anfangs nach Thailand brachte.
Nicht desto trotz, irgendwie landete ich im vermeintlichen Kuala Lumpur, zumindest dachte ich das. Meine nette Begleitung, eine junge Mexikanerin, und ich stiegen also nach über 12 Stunden Fahrtzeit aus dem Bus und steuerten auf das nächst beste Taxi zu. Ziel war ein Hostel im Stadtinnern. Sie hielt dem Taxifahrer die Adresse unter die Nase und nach kurzem Handeln befanden wir uns auf dem Weg - auch das dachten wir zumindest...
Nach der dritten Frage, wie denn nun noch einmal die Adresse laute, wurde ich immer skeptischer und fragte den Taxifahrer, ob er denn nun wirklich wüsste, wo er hin fährt. Darauf erklärte er mir halb auf malaysisch und halb auf gebrochenen englisch in einer unangebrachten Lautstärke, dass wir doch den Weg wissen müssten und ihm bitte zeigen müssten wo wir hin wollen.
Das war zu viel des Guten. Ich war hunde müde und wollte einfach nur ankommen, also stoppte ich den nichtswissenden Taxifahrer genervt und wir stiegen aus.
Auf der Straße fragten wir Passanten nach dem Weg, da weit und breit kein Taxi zu finden war.
Die Antwort war nun wirklich nichts, was wir erwartet hatten: "Girls, you are 300 km away from Kuala Lumpur! Thats not Kuala Lumpur, you are in Ipoh!"

Also hieß es für uns zurück zum Busbahnhof und weitere drei Stunden Fahrt im malaysischen Bus... Wir konnten uns wirklich etwas besseres vorstellen... In kurzen Shorts und T-Shirts saßen wir also im kältesten Bus aller Zeiten und froren wie wahnsinnig. Drei Stunden können wirklich verdammt lang sein. Aber irgendwie schafften wir es schließlich um ca. 1 Uhr nachts doch im richtigen Kuala Lumpur anzukommen und ließen uns nur noch ins Bett fallen.


Ich hatte so viel Zeit in Thailand verbracht, dass ich leider nur noch einen Tag in Kuala Lumpur hatte.
Viel zu wenig Zeit für diese aufregende Stadt!
Ein Weltmetropole begegnete mir dort mitten in Südostasien. Zwar sah man an einigen Ecken das Schwellenland durchblitzen, aber die riesen Wolkenkratzer und die vielen gut angezogenen Geschäftsleute, die einen in Massen entgegenströmten, passten nicht zu meinem Bild, das ich mir vorab zurecht gesponnen hatte.

Bei strahlenden Sonnenschein startete ich also in den Tag und wurde von diesem Ausblick überwältigt, als ich aus meinem Hostel trat. Abends im Dunkeln, nach der anstrengenden und komplizierten Busfahrt, hatte ich dies noch gar nicht wahrgenommen.
Umso mehr überraschte es mich!







Shoppingcenter ohne Ende waren in der Stadt zu finden. Von Hugo Boss bis Louis Vuitton waren alle Marken vertreten. Den Menschen auf der Straßen sah man dies allerdings auch an. Sie waren sehr westlich gekleidet und vor allem teuer. So etwas hatte ich zum ersten Mal seit 6 Monaten in Asien gesehen.






Auch ein Chinatown gab es in der Stadt und dieses war nicht grade klein. Auf dem grossen Markt konnte man alles kaufen, was das Sammlerherz der gefälschten Markenprodukte begehrt.
Außerdem gab es tolle chinesische Restaurants. Über 20% der Malaysischen Bevölkerung sind Chinesen, es war also nicht verwunderlich solch eine Ecke in Kuala Lumpur zu finden.

Nicht weit entfernt gab es außerdem ein "Indiatown". Viele Inder leben dort, sie machen immer hin ca. 7% der Gesamtbevölkerung aus.
Kulinarisch konnte man es sich dort wieder einmal gut gehen lassen!
Indien hat einfach eine unfassbar leckere Küche!
























In einer Shoppingmall fand ich dieses lustige Spektakel.
Sogenannte "Putzerfische" knabbern hier an den Füßen und leisten eine tolle Pediküre-Arbeit. Unfassbar lustig sah das aus und es hatte den Anschein, als würden die Malaien in der Mittagspausen dies zu einem der täglichen Rituale zählen.


Dann ging es schließlich noch zu der Sehenswürdigkeit Kuala Lumpurs.
Den Petronas Towers.
Diese Monsterteile zählten einst zu dem höchsten Gebäude der Welt. Nur war dies immer wieder umstritten und der Mensch hat mittlerweile höhere  Wolkenkratzer erbaut.

Wahnsinn war es trotzdem vor diesen riesigen Türmen zu stehen. Es erschlug einen fast von unten nach oben zu schauen.




Schliesslich rundete diese Skyline das Bild Kuala Lumpurs vor den Petronas Towers ab. Leider hatte es sich bis dahin ein wenig zu gezogen und ein monsunartiger Schauer, der aber nur 10 Minuten anhielt, überraschte die Stadt.




Am Ende meiner Tagestour gönnte ich mir einen schönen Kokosnussdrink, frisch aus einer Kokosnuss.

Wie ich schon erwähnte, war die Zeit in Kuala Lumpur einfach viel zu kurz. Auch hätte ich gern mehr von Malaysia gesehen, denn ich gehe davon aus, dass außerhalb der Hautstadt Malaysia doch ganz anders ist und man mehr erkennt, dass man sich in einem Schwellenland befindet.
Gern würde ich irgendwann mit mehr Zeit im Gepäck wieder hier her zurückkehren.
Die Menschen sind wahnsinnig freundlich, abgesehen von den Taxifahrern ;-)
In der Stadt können alle sehr gutes Englisch sprechen und kulinarisch gibt es auch vieles leckeres zu entdecken.
Also Malaysia, wir sehen uns sicherlich wieder, irgendwann!


Dienstag, 1. April 2014

Rockclimbing in Thailand


Nach 6 Monaten Nepal entschied ich mich auch noch andere Länder Asiens zu bereisen. Leider hatte ich nur ein Zeitfenster von knapp zwei Wochen, die ich aber in vollen Zügen genoss.
Startpunkt war Kuala Lumpur in Malaysia.
Um 3 Uhr morgens am Flughafen angekommen kaufte ich mir ein Busticket, das mich nach Thailand bringen sollten. Aber zuvor musste ich erst einmal fast 6 Stunden Wartezeit hinter mir lassen. Was ich fand war eine äußerst gemütliche Wartehalle.

Der Komfort der Sitze, das warme Neonlicht und die Sicherheit, das auch wirklich keiner meine Sachen stehlen würde, ließen mich schnell einschlafen... 
Kurz um, völlig übermüdet und gelangweilt trat ich meine 12 Stunden Busfahrt an. Allerdings war dies der komfortabelste Bus, in dem ich je saß. Zwar war die Klimaanlage auf gefühlte 15°C runter gedreht, aber jeder Platz hatte einen unglaublich großen Fußraum, so dass man seine Füße GANZ ausstrecken konnte, es gab warme Decken, Wlan und eine Stromversorgung an Bord.


Schließlich schaffte ich es noch am Abend nach Thailand, in den schönen Ort Krabi. Von dort aus startete ich dann am nächsten Morgen zum Strand Rai Leh (Railay), eines der bekanntesten Kletterstrände.
Im Boot auf dem Weg nach Railay traf ich auf Chiho aus Japan und den amerikanischen Josh, die ebenfalls zur Insel wollten, um zu klettern. Wir entschieden uns dazu ein günstiges Bungalow zu finden und dieses zu teilen. Doch erst einmal am Strand angekommen, waren wir überwältigt von der Schönheit und den vielen kleinen Restaurants direkt am Wasser, in denen wir unsere leeren Bäuche mit typischen Phat Thai und einem Thai Tea füllten.




Schließlich erkundeten wir den Ort, bevor wir völlig k.o. und mit viel Vorfreude auf den kommenden Tag ins Bett fielen. Was wir fanden war das:








Für die nächsten drei Tage hieß es dann nur noch klettern, klettern, klettern - an den schönsten Stellen Thailands.
Klippen direkt am Wasser mit einem wahnsinns Ausblick oder meterhohe Felswände im innern von Railay. Die tropischen Temperaturen ließen einen ganz schön ins Schwitzen geraten, aber die Naturschönheit machte jede Anstrengung wett.






Diesen ganzen Kletterspaß rundete ein Tagesausflug der ganz besonderen Art ab. Auf ging es zum Deep Water Solo! Diese Tour war der Grund warum ich auf Railay gelandet war. Denn nur dort boten sie einen Trip zu den abgefahrensten Klippen an, an denen man ohne Seil klettern konnte, um sich dann ins offene Wasser fallen zu lassen. 

 

Anschließend fuhren wir zu einem Riff, um zu schnorcheln und die schönsten Korallen und Fische zu bestaunen.

Das war allerdings nicht alles! Zum Sonnenuntergang landeten wir auf einer kleinen Insel, auf der wir es uns gemütlich machten und zum Abend aßen. 




Im Dunkeln ging es dann schließlich zum Mondschein-Schnorcheln, das einfach unfassbar war und kaum zu beschreiben. Das Wasser war voll mit tausenden kleinen Lichtpunkten und Lichtquellen. Stundenlang hätte ich mir dieses Lichtspektakel anschauen können, doch auch die schönste Erfahrung hat irgendwann ein Ende und so landete ich abends glücklich, kaputt und voll mit neuen Eindrücken im Bett.

Nach meinem Thailand-Kletter-Erlebnis ging es wieder zurück nach Kuala Lumpur.
In meinem nächsten Post soll es dann um diese tolle malaysische Stadt gehen!

--- Fortsetzung folgt ---