Montag, 17. März 2014

Lumbini


Für ein paar Tage ging es nach Baiwahara, einem kleinen Ort an der indischen Grenze, das nicht unweit von Lumbini - dem Geburtstort Buddhas - entfernt lag.

In einem Localbus fuhr ich also von Kathamandu nach Baiwahara, das so viel bedeutet wie: Ziegen, Hühner und riesige Gaskartuschen gesellen sich zu einem und man kann froh sein, wenn man einen Sitzplatz ergattert und nicht stehen muss oder gar auf dem Dach sitzt.
Eine ganz andere Landschaft empfing mich im Terai. Dschungel, Flachland und Felder soweit das Auge reicht. Vom Himalaya sah man recht wenig, vor allem, weil es aber auch diesig war. Stellenweise kam ich mir vor, wie in Brandenburg.
Die Luft war gleich viel feuchter und die Sonne brannte förmlich auf der Haut. Es war wirklich heiß!

In diesem kleinen Ort ließ ich es mir also gut gehen. Geprägt durch Indien durfte ich mich an kulinarischen Delikatessen erfreuen.

Am letzten Tag ging es dann schließlich nach Lumbini. Eine große Gartenanlage mit zig Stupas und Monestries aus allen Ländern. Außerdem natürlich DEM Ort, an dem der große Buddha einst das Licht der Welt erblickte. Da, wie zu erwarten, sehr viele Touristen unterwegs waren, versuchte ich ein wenig am Rande des üblichen Touristen Pfades die Ruhe und das Grüne zu geniessen.


















Der krönende Abschluss dieses Ausflugs war der Rückflug nach Kathmandu in einer 18-Mann Propellermaschine. Ruckelnd ging es bei strahlenden Sonnenschein durch die Lüfte am Himalaya-Gebirge vorbei.








Nun treibt es mich für die nächsten zwei Wochen raus aus Nepal. Beginnen werde ich in Kuala Lumpur, Malaysia. Von dort aus werde ich auf dem Landweg nach Thailand und meinen letzten Monat in Asien auskosten.


Mittwoch, 12. März 2014

Indien - Agra und das Taj Mahal


Wenn man schon mal in Delhi ist sollte man einen Abstecher nach Agra machen, das ungefähr drei Zugstunden von Delhi entfernt liegt.
Da ich schon von vielen hörte, dass das Zugfahren in Indien besonders aufregend sein sollte, war ich mir sicher auf jeden Fall mit dem Zug fahren zu müssen. Große Überredungskünste musste ich bei Robert allerdings nicht anstellen, so dass wir schon am zweiten Abend aufbrachen, um eins der neuen sieben Weltwunder zu bestaunen.
Gebucht hatten wir einen Sleeper, ohne jeden Zusatzkomfort. Also fanden wir uns in einem Schlafabteil umgeben von Indern wieder, die anscheinend noch nicht so oft Weiße in solch einem Zug gesehen hatten.
Auch die Inder überzeugen nicht grade mit ihrer überragenden Körpergröße, so dass man sich schon ein wenig quetschen musste. Aber lustig war es allemal und nur empfehlenswert!

 
Angekommen in Agra verbrachten wir gefühlte Stunden am Bahnhof, um ein Rückfahrtticket für den nächsten Tag zu kaufen. Alles, ja wirklich alles wollten die Inder von uns wissen. Es hätte mich nicht verwundert, wenn sie mich schließlich nach dem Vornamen meiner Ur-Ur-Urgroßmutter gefragt hätten.


Wenigstens trafen wir am Bahnhof auf unseren zukünftigen Guide/Fahrer. Er war der größte Glücksgriff, den wir hätten machen können. Er fuhr uns zu zwei verschiedenen Hotels, von denen wir uns eins aussuchen konnten. Am nächsten Morgen wollte er dann pünktlich vor dem Sonnenaufgang vor dem Hotel stehen, um uns zum Taj Mahal zu bringen. Der Sonnenaufgang dort, sollte traumhaft sein.

Allerdings verschliefen wir... Die zwei Tage zuvor saßen uns noch in den Knochen und anscheinend brauchten wir den Schlaf.
Aber wir waren schliesslich in Indien! Wir waren dort, um das Taj Mahal zu sehen... Also machten wir uns innerhalb von 5 Minuten fertig und ab ging es, total verpennt.

Dort angekommen dachten wir: "Schön! Wie man sieht, sieht man nichts!"


Es war so zugezogen und neblig, dass man kaum die Kuppel erkennen konnte. Wir hatten also alles richtig gemacht und es war nicht falsch mal ein wenig auszuschlafen.
Da wir jedoch immer noch sehr früh dort waren, gab es kaum andere Touristen. Erst später kamen ganze Reisebusse an, von denen die meisten wieder einmal Deutsche waren.
Fast zwei Stunden verbrachten wir am Taj Mahal, bis uns unser Fahrer abholte und wir unsere Rundreise durch Agra starteten.

 






Weiter ging es also zum Red Fort, einer riesen Festung der damaligen Mogulkaiser. Ein ähnliches hatten wir schon zuvor in Delhi bestaunen können. Das aus Sandsteinplatten gebaute Fort schütze die innenliegende islamisch-hinduistische Architektur, lauter Marmor- und Glasverzierungen.

 

 




















Schliesslich fuhr uns unser Fahrer zu einer kleinen Manufaktur. Dort wurde uns detailliert die Herstellung des Marmorglases näher gebracht, das im Taj Mahal wieder zu finden ist. Touris, wie wir natürlich sind, ließen wir uns von der "einzig wahren indischen Taj Mahal Marmorglas-Manufaktur" einen völlig überteuerten Staubfänger aufquatschen.
Aber schliesslich habe ich bald in meinem Regal einen kitschigen Marmor-Elefanten stehen, der original aus Indien stammt und mit dem gleichen Verfahren hergestellt worden ist, wie die Einzelteile der Außenverkleidung des Mausoleums. Wer kann das schon behaupten?

 


Glücklich kann ich mich aber schätzen keinen echten indischen Teppich mein Eigen zu nennen. Die nächste Manufaktur, die wir besichtigen durften, stellte nämlich Teppiche her.
Es war sehr interessant dieses Verfahren mal aus der Nähe betrachten zu können und in einer riesigen Garnhalle zu stehen. Ich bevorzuge dann aber doch meinen schönen alten Dielenboden.

 
Nach all dem ganzen Tourikram, der uns langsam zu viel wurde, fragte uns unser Fahrer doch tatsächlich, ob wir Lust hätten seine Familie kennenzulernen.
Wir willigten sofort ein. Kurz zuvor hatten wir noch bedauert wie schade es sei, das "richtige Indien und seine Bewohner" nicht kennenzulernen, da wir zu wenig Zeit hätten und der Tourikram schliesslich auch abgehakt werden müsste.

So fuhren wir also an den Rand von Agra auf ein kleines Ackerland. Herzlich wurden wir von allen benachbarten Kindern empfangen.
Unser Fahrer war sichtlich stolz uns sein Heim zeigen zu dürfen. Es war einfach, aber gemütlich und größer als wir erwartet hatten. Schließlich tranken wir leckeren Chai-Tee mit Keksen und Nüssen.





 











Als nächstes stand auf dem Tagesplan das Baby Taj Mahal.

Eine wunderschön gepflegte Gartenanlage mit einer kleinen Version des Taj und direkt am Wasser gelegen. Dort war es wirklich schön.








Robert machte einen kleinen Scherz mit den Securityleuten und fragte sie tatsächlich, ob er nun vor DEM Taj Mahal stehen würde. Die beiden sahen ihn fassungslos an, versuchten ihm aber ruhig zu erklären, dass dies nur das Imitat wäre.
Immer diese deutschen Touris - von nichts ne Ahnung... Aber nen dicken fetten Lonely Planet Wälzer in der Hand...


Zum Abschluss ging es in die Parkanlage, die direkt gegenüber vom Taj Mahal zu finden ist.
Von hier aus konnten wir dieses riesen Gebäude nochmals gut sehen und all die Touristenscharen beobachten, die wie kleine Armeisen mit ihren Kameras umherzogen. Ein paar Stunden zuvor taten wir wohl das gleiche.

 


Ein gelungener Abschluss war das. Völlig erschöpft fuhren wir nach diesem erlebnisreichen Tag zurück nach Delhi.


Alles in allem war Indien eine tolle Erfahrung. Auch wenn ich nur einen klitze kleinen Bruchteil sehen durfte hat es mich schon mehr als beeindruckt.
Die Menschen sind nicht unbedingt freundlicher, das Essen aber um Weiten leckerer! Als Land der Gegensätze würde ich es wirklich beschreiben. Glimmer und Reichtum gesellen sich zu Dreck und Armut.
Als Frau ist es nicht wirklich einfach sich durch die Straßen Indiens zu kämpfen. Meist war ich nur eine Randerscheinung und wurde nicht wahrgenommen. Eine Hand am Hinterteil hatte ich dennoch das ein oder andere Mal.
Mein letzter Besuch war es definitiv nicht, jedoch würde ich ohne männliche Begleitung diesen Trip nicht noch einmal wagen und kann sagen, dass ich sehr froh war Robert an meiner Seite gehabt zu haben.

Indien Teil 2

Auch ohne uns groß vorzubereiten, trafen wir auf einige Sehenswürdigkeiten und auch auf weniger touristische Dinge in Delhi.

Zum einen erfuhren wir von einer neuen Glaubensrichtung - dem Sikhismus.
Da es zu dem Glauben gehört sehr offen zu allen Menschen zu sein und keinen auf Grund seiner Herkunft, seines Geschlechts oder etwas anderen auszuschliessen, waren wir herzlich willkommen und konnten an der täglichen Zeremonie teilnehmen.
Ein paar Grundregeln gab es allerdings zu beachten. Wir mussten unsere Schuhe ausziehen und unseren Kopf bedecken. Außerdem vor dem Betreten des Tempels die Hände und Füße waschen.
Im Gebäude selbst fand eine lustige Party statt, so machte es jedenfalls den Anschein. Alle waren freundlich, sangen und außerhalb des Altarraumes gab es eine große Tee- und Essensküche, bei der sich jeder bedienen durfte. Diese Küchen wurden allein durch Spenden und ehrenamtliche Tätigkeiten betrieben.













Selbst am letzten Tag standen wir ganz unverhofft vor einem Sikh-Tempel, der noch viel größer und prunkvoller anzuschauen war, als der erste.
Im Innenhof gab es einen großen Teich, in denen die Leute sich wuschen. Oder sie saßen einfach nur gemeinsam am Rande und genossen das schöne Wetter und die Geselligkeit.






Zum Schluss entschieden wir uns dem Sikhismus auf unsere eigene Art und Weise beizutreten und kauften und zwei der fünf Merkmale, die einen Sikh ausmachen.
Zum einen das Halsband mit dem Sikh-Zeichen. Zum anderen einen Armreif, der die Armen und Bedürftigen vor Angriffen schützen soll.
Nicht das wir ansatzweise solch einer Religion Glauben schenken und auch verhöhnen möchten wir diese nicht, aber diese Freundlichkeit und dieses Beisammensein hat uns mehr als beeindruckt. Man fühlte sich einfach sofort aufgenommen und zugehörig. 


Auf jeden Fall habe ich mir vorgenommen in Deutschland solch einen Tempel ebenfalls zu besuchen und zu schauen, in wieweit es Unterschiede zwischen den Sikhs in Indien und denen in Europa gibt.

Andere Dinge haben wir natürlich auch erlebt und dürfen nicht vergessen werden.

 Birla Mandir Temple - Hindu-Tempel. Wir mussten unsere Schuhe ausziehen und unsere Sachen abgeben und durften in dem prunkvollen Gebäude leider keine Fotos machen.





Jama Masjid - einer der größte Moscheen der Erde. 20.000 Gläubige wurden am Mittag erwartet. Dazu wurden unzählige Gebetsteppiche ausgerollt. Leider hatten wir keine Möglichkeit der Zeremonie beizuwohnen, da es anfing zu regnen und alle nach draussen stürmten.

Umso fragwürdiger ist doch, dass am Vorabend kein Inder dieses riesen rote Gebäude kannte.
Wir hatten uns nämlich verirrt und wollten uns mit einer Rikscha zum Hostel zurückfahren lassen.
Allerdings kannte keiner unser Hostel, noch das große rote Gebäude von dem wir immer wieder sprachen. Nach anderthalb Stunden "Rumgeirre" in Delhi fand ich dann schliesslich den Zimmerschlüssel mit der genauen Adresse des Hostels.

 
 






Vom Turm aus, hatte man eine tolle Sicht über die Stadt. Und das Gewand das ich trage, diente der Verschleierung der Frau.

 






Tattoowieren am Straßenrand

 



















Ziel war es den Garden of five senses zu finden. Kläglich sind wir gescheitert, landeten allerdings in diesem kleinen buddhistischen Paradies.

 

 

Polizisten, die auf einem am Metroeingang ununterbrochen zielen


Fortsetzung folgt!