Ich verließ nach sieben Monaten ein kleines Stück Heimat und landete schließlich am Tegler Flughafen. Schon die Stewards der berliner Fluggesellschaft, überzeugten mit ihrer gewohnten berliner Freundlichkeit. Eigentlich eine Eigenschaft, die ich immer irgendwie sehr wertschätzte und als sympathisch empfand. Allerdings war das eher unpassend, nach einem Land der Gastfreundschaft und der ernst gemeinten Herzlichkeit, die einem täglich im fremden Land entgegen gebracht wurde.
Alle Passagiere um mich herum lächelten und waren anscheinend froh wieder auf gewohntem Boden zu sein. Ich für meinen Teil sah das Flachland, die grauen teilweise verregneten Wolken und hatte ein flaues Gefühl im Magen. Es war sieben Uhr in der Früh und alle drängelten sich schon bevor das Anschnallzeichen ausgeblendet wurde in den Gang und wühlten nach ihren Sachen. Ich blieb noch eine ganze Weile sitzen und begutachtete die typisch Deutschen, die es anscheinend sehr eilig hatten nach ihrem Urlaub braun gebrannt so schnell wie möglich aus diesem Flugzeug zu kommen, um sich wieder in den gewohnten Alltag zu stürzen.
Diese standen 5 Minuten später auch schon in der Passport-Kontrollstelle vor mir. Um mich herum hörte ich dann doch nichts anderes, als Gestöhne und Gemeckere, warum das denn alles so lange dauern würde und was denn eigentlich los sei.
Nach ca. 10 Minuten erreichten wir aber auch schon die Gepäckstation und ich konnte in Ruhe auf die Suche nach meinem Rucksack gehen, um dann nach einer gefühlten Ewigkeit meinem Vater in die Arme zu fallen.
In den ersten Wochen war das Eingewöhnen an der Tagesordnung. Überrascht nahm ich zur Kenntnis, dass in der Zeit meiner Abwesenheit sich eigentlich nichts verändert hatte, ich mich dafür aber sehr.
Ich glaube das war eines der Dinge, mit dem ich am meisten zu kämpfen hatte. Redebedarf war da und die Verarbeitung all der Erlebnisse und Eindrücke. Allerdings ging das meiner Umwelt anders. Durch meinen Blog war nicht wirklich das Interesse da, was durchaus verständlich ist, mir das Einleben aber nicht unbedingt erleichterte.
Die Konsequenz all dieser Umstände war das Flüchten. Die ersten Wochen war ich ständig wo anders, ich wollte mit diesem Alltag und der gewohnten Umgebung zu diesem Zeitpunkt einfach nicht leben.
Es ging sogar so weit, dass ich mir einen Job suchte bei dem ich sehr viel arbeiten kann, um dann einen erneuten Flug zurück nach Asien zu buchen.
Ende Juni geht es also wieder zurück - für ganze 5 Wochen! Ich bin mir nicht sicher, ob das die Situation in der ich mich zur Zeit befinde verbessern wird, aber ich freue mich einfach riesig auf die Zeit und kann es kaum erwarten.
Ich glaube das schlimmste ist diese Unzufriedenheit, die mir jeden Tag förmlich entgegen springt und die sich auch wieder teilweise auf mich übertragen hat, obwohl ich eigentlich ein sehr positiver und freundlicher Mensch bin.
Diesem Land geht es so gut und die Menschen können froh sein, in solch einem System zu leben. All die Kleinigkeiten, die solche Länder wie Nepal nicht haben, wie fliessend sauberes Wasser, kaum Luftverschmutzung, „kostenlose“ Gesundheitsversorgung,… die Liste liesse sich endlos weiter führen, wir bemerken sie nicht. Uns ist nicht bewusst, wie gut es uns geht. Trotz allem schimpfen und meckern alle und das ist so traurig.
Ich vermisse einfach diese ausgelassenen und fröhlichen Menschen, die einem mit ihrer tollen Art anstecken und nicht alles so schwer nehmen.
Es geht also weiter mit Reiseberichten! In Planung sind Kambodscha, Vietnam und Laos.
Während meiner Reise werde ich meinen Laptop nicht dabei haben und das Internet eher meiden, aber sobald ich Anfang August wieder zurück bin, habe ich bestimmt tolle Fotos und Geschichten im Gepäck.
Zum Abschluss kann ich nun sagen, dass ich leider dem Reisen und dem Flüchten aus Deutschland verfallen bin.
Dies heisst allerdings, dass es diesen Blog wohl noch eine Weile geben wird und ich hoffentlich noch einige Plätze sehen werde und mit euch teilen kann! =)