Mittwoch, 2. April 2014

Kuala Lumpur

Meine Rückreise nach Kuala Lumpur begann mit einem kleinen Abenteuer.
Mit einem kleinen Van ging es an die Grenze Thailands. Eingequetscht und schwitzend saßen wir in diesem viel zu kleinen Fortbewegungsmittel. Der zweite Van war zum Glück ein wenig komfortabler, allerdings von der Klimaanlage schon wieder so runtergekühlt, dass ich meine Fleecejacke tragen musste, während draussen mehr als 40°C waren. Ich vermisste schon ein wenig den komfortablen Bus, der mich anfangs nach Thailand brachte.
Nicht desto trotz, irgendwie landete ich im vermeintlichen Kuala Lumpur, zumindest dachte ich das. Meine nette Begleitung, eine junge Mexikanerin, und ich stiegen also nach über 12 Stunden Fahrtzeit aus dem Bus und steuerten auf das nächst beste Taxi zu. Ziel war ein Hostel im Stadtinnern. Sie hielt dem Taxifahrer die Adresse unter die Nase und nach kurzem Handeln befanden wir uns auf dem Weg - auch das dachten wir zumindest...
Nach der dritten Frage, wie denn nun noch einmal die Adresse laute, wurde ich immer skeptischer und fragte den Taxifahrer, ob er denn nun wirklich wüsste, wo er hin fährt. Darauf erklärte er mir halb auf malaysisch und halb auf gebrochenen englisch in einer unangebrachten Lautstärke, dass wir doch den Weg wissen müssten und ihm bitte zeigen müssten wo wir hin wollen.
Das war zu viel des Guten. Ich war hunde müde und wollte einfach nur ankommen, also stoppte ich den nichtswissenden Taxifahrer genervt und wir stiegen aus.
Auf der Straße fragten wir Passanten nach dem Weg, da weit und breit kein Taxi zu finden war.
Die Antwort war nun wirklich nichts, was wir erwartet hatten: "Girls, you are 300 km away from Kuala Lumpur! Thats not Kuala Lumpur, you are in Ipoh!"

Also hieß es für uns zurück zum Busbahnhof und weitere drei Stunden Fahrt im malaysischen Bus... Wir konnten uns wirklich etwas besseres vorstellen... In kurzen Shorts und T-Shirts saßen wir also im kältesten Bus aller Zeiten und froren wie wahnsinnig. Drei Stunden können wirklich verdammt lang sein. Aber irgendwie schafften wir es schließlich um ca. 1 Uhr nachts doch im richtigen Kuala Lumpur anzukommen und ließen uns nur noch ins Bett fallen.


Ich hatte so viel Zeit in Thailand verbracht, dass ich leider nur noch einen Tag in Kuala Lumpur hatte.
Viel zu wenig Zeit für diese aufregende Stadt!
Ein Weltmetropole begegnete mir dort mitten in Südostasien. Zwar sah man an einigen Ecken das Schwellenland durchblitzen, aber die riesen Wolkenkratzer und die vielen gut angezogenen Geschäftsleute, die einen in Massen entgegenströmten, passten nicht zu meinem Bild, das ich mir vorab zurecht gesponnen hatte.

Bei strahlenden Sonnenschein startete ich also in den Tag und wurde von diesem Ausblick überwältigt, als ich aus meinem Hostel trat. Abends im Dunkeln, nach der anstrengenden und komplizierten Busfahrt, hatte ich dies noch gar nicht wahrgenommen.
Umso mehr überraschte es mich!







Shoppingcenter ohne Ende waren in der Stadt zu finden. Von Hugo Boss bis Louis Vuitton waren alle Marken vertreten. Den Menschen auf der Straßen sah man dies allerdings auch an. Sie waren sehr westlich gekleidet und vor allem teuer. So etwas hatte ich zum ersten Mal seit 6 Monaten in Asien gesehen.






Auch ein Chinatown gab es in der Stadt und dieses war nicht grade klein. Auf dem grossen Markt konnte man alles kaufen, was das Sammlerherz der gefälschten Markenprodukte begehrt.
Außerdem gab es tolle chinesische Restaurants. Über 20% der Malaysischen Bevölkerung sind Chinesen, es war also nicht verwunderlich solch eine Ecke in Kuala Lumpur zu finden.

Nicht weit entfernt gab es außerdem ein "Indiatown". Viele Inder leben dort, sie machen immer hin ca. 7% der Gesamtbevölkerung aus.
Kulinarisch konnte man es sich dort wieder einmal gut gehen lassen!
Indien hat einfach eine unfassbar leckere Küche!
























In einer Shoppingmall fand ich dieses lustige Spektakel.
Sogenannte "Putzerfische" knabbern hier an den Füßen und leisten eine tolle Pediküre-Arbeit. Unfassbar lustig sah das aus und es hatte den Anschein, als würden die Malaien in der Mittagspausen dies zu einem der täglichen Rituale zählen.


Dann ging es schließlich noch zu der Sehenswürdigkeit Kuala Lumpurs.
Den Petronas Towers.
Diese Monsterteile zählten einst zu dem höchsten Gebäude der Welt. Nur war dies immer wieder umstritten und der Mensch hat mittlerweile höhere  Wolkenkratzer erbaut.

Wahnsinn war es trotzdem vor diesen riesigen Türmen zu stehen. Es erschlug einen fast von unten nach oben zu schauen.




Schliesslich rundete diese Skyline das Bild Kuala Lumpurs vor den Petronas Towers ab. Leider hatte es sich bis dahin ein wenig zu gezogen und ein monsunartiger Schauer, der aber nur 10 Minuten anhielt, überraschte die Stadt.




Am Ende meiner Tagestour gönnte ich mir einen schönen Kokosnussdrink, frisch aus einer Kokosnuss.

Wie ich schon erwähnte, war die Zeit in Kuala Lumpur einfach viel zu kurz. Auch hätte ich gern mehr von Malaysia gesehen, denn ich gehe davon aus, dass außerhalb der Hautstadt Malaysia doch ganz anders ist und man mehr erkennt, dass man sich in einem Schwellenland befindet.
Gern würde ich irgendwann mit mehr Zeit im Gepäck wieder hier her zurückkehren.
Die Menschen sind wahnsinnig freundlich, abgesehen von den Taxifahrern ;-)
In der Stadt können alle sehr gutes Englisch sprechen und kulinarisch gibt es auch vieles leckeres zu entdecken.
Also Malaysia, wir sehen uns sicherlich wieder, irgendwann!


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